Alle Artikel in: Zigarren

Tabak

Zigarrenfamilie Plasencia

Upps, auf einmal ist es dunkel, im Hotel und in der ganzen Stadt, soweit ich von meinem Balkon aus sehen kann. Stromausfall. Brummend springt der Generator an, es riecht nach Abgas. Die Mitarbeiter und Familienmitglieder des Hotels suchen nach Taschenlampen und schon hat ein junges Mädchen ein scheinwerferartiges Baustellenlicht auf den Holztisch gestellt, an dem ich mit meinem Laptop sitze. „Nein, das kommt nicht oft vor“, beantwortet sie meine Frage. Dafür sind sie aber perfekt gerüstet. Es ist halb sieben Uhr abends, die Sonne hat sich auf Knall und Fall verabschiedet, das geht hier schneller als man gucken kann. Die Mücken schlagen gnadenlos zu, trotz des in Miami gekauften Spezial-Killersprays, mit dem ich den in meinem Reiseführer erwähnten Mückenwarnungen mit Schaudern trotzen wollte. Ich lasse den Tag Revue passieren. Morgens früh holte mich ein Fahrer der Zigarrenfabrik Plasencia ab und brachte mich in das Stadtviertel Rosario, wo eine Manufaktur neben der anderen liegt. Ich werde von Sergio Octavio Torres empfangen, der für die internationale Kontaktpflege zuständig ist. Das Fabrikgebäude ist im spanischen Kolonialstil gebaut, weiß …

Empfang in Nicaragua

Die Zigarrenstadt – Erste Eindrücke

Mit säuberlicher Schrift auf Pappe gemalt steht da: Annette Meisl, Estelí. Ein kleiner korpulenter Mann hält das Schild mit ernstem Gesichtsausdruck vor seine Brust. Als er mich sieht, hellt sich seine Miene auf. „Sind Sie es?“ Taxifahrer José nimmt mich vor dem überschaubaren Flughafengebäude von Managua in Empfang. Wir fahren über die gut ausgebaute Panamericana, den spektakulären Sonnenuntergang leider im Rücken. José erklärt jedes Dorf, jedes Gebäude, jeden Berg. „Was so streng riecht ist, der Schlachthof“, sagt er lakonisch, ich kurbele das Fenster hoch. Wir fahren am ersten der 17 nicaraguanischen Vulkane vorbei, der sich wie eine schwarze steile Pyramide gegen den Abendhimmel abzeichnet. José spricht liebevoll von unseren Vulkanen und ich muss an die Geschichte vom kleinen Prinzen denken. Die Nacht bricht unerwartet schnell ein, ich öffne das Seitenfenster erneut und sehe glitzernde Sterne auf tiefstem Himmelsschwarz und es duftet intensiv nach frischgebackenem Brot. „Das ist das Dorf der Bäcker,“ erklärt José. Und nachdem ich mich sattgeschnuppert habe philosophiere ich: „Wir berauben uns der schönsten Erden-Zierde, in dem wir die Welt mit künstlichem Licht …

Annette Meisl Koffer packen

Nicaragua – ich komme!

Heute, am Valentinstag, sitze ich bereits im Flieger nach Florida, Zwischenstation auf meiner Reise nach Nicaragua, wo ich den Spuren des Tabaks folgen werde. Seit vielen Jahren träume ich von einer großen Lateinamerikatour, jetzt ist der Moment für die erste Etappe gekommen. Ich werde Manufakturen, Tabakfelder und Zigarrenläden besuchen,  Land und Leute kennenlernen und Euch via Bild, Text und Video von meinem Multitasking-Lebens berichten. Als Autorin, Zigarrenmanufactrice und Sängerin – denke ich manchmal, sieben Leben simultan zu haben!  Den Blog auf www.annette-meisl.de kann man übrigens auch abonnieren! Ich freue mich auf rege Teilnahme und zahlreiche Rückmeldungen. Hasta la vista!

Rey - Vieja Trova Santiaguera

Abschied von Rey

Als ich ihn kennenlernte war er 78 und stand am Beginn seiner Karriere. Als Gründer und Bandleader der fünfköpfigen Boygroup Vieja Trova Santiaguera steuerte er fast ein Fünftel zum Gesamtalter der Band bei. Ja, 400 Jahre brachten die Jungs damals gemeinsam auf die Lebenswaage und schwangen noch immer kokett das Tanzbein, während sie den Swing des Son Cubano, dieser typischen leichtfüßigen kubanischen Musik, auf die Bühnen Europas brachten. Als Künstleragentin tourte ich die Rentnerband, wie sie von den Medien scherzhaft genannt wurde durch Deutschland, Österreich, Belgien, die Schweiz und die Niederlanden und bewunderte ihre Disziplin, wenn sie abends vor dem Schlafengehen ein Glas lauwarme Milch statt eines Rums bestellten und wurde fast wehmütig bei soviel Lasterlosigkeit, bis ich entdeckte, dass eines überlebt hatte: das Flirten. Kaum erschien eine junge Frau auf der Bildfläche, ging ein Ruck durch die alten Knochen, der fast blinde Hierrezuelo wurde ganz blind, damit ihn die Schönheit durch das Labyrinth des Backstage führte, der 92 jährige Bassist Aristoteles öffnete seine sonst immer halb geschlossenen Augen und zwinkerte der Dame zu und …

Tabakkerb Lorsch

Zigarren made in Germany

Startschuss zur diesjährigen Tabakkerb in Lorsch. La Galana präsentiert hier die Kunst des Zigarrenrollens. Als ich zum ersten Mal das pittoreske kleine Städtchen besuchte, hätte ich mir nie vorstellen können, dass hier bis Anfang des 20. Jahrhunderts in über 20 Manufakturen Zigarren gedreht wurden! Die patente und umtriebige Kulturamtsleiterin Gabi Dewald hat an das alte Erbe angeknüpft und jetzt gibt es sogar ein Tabakfeld, wo wieder eigener Lorscher Tabak angepflanzt wird. Gabi Dewald lernte ich vor drei Jahren durch den kubanischen Professor Manuel Torres kennen – was für ein Umweg! Ein Kubaner bringt zwei deutsche zigarrenbegeisterte Ladies zusammen! Sie engagierte über meine Künstleragentur kubanische Bands für das Stadtfest und stellte uns auf der Kerb einen Marktstand zur Verfügung, wo wir aus frischen Tabakblättern Zigarren rollen. Direkt neben uns zeigen Frauen aus Lorsch, wie man früher die Tabakblätter auffädelte und es gibt sogar eine eigene Lorscher Zigarre.

La galana petit toro

Ein kleiner Stier liegt in meiner Schublade

Ich liebe den Namen: kleiner Stier. Wer käme je darauf, dass es sich um ein Zigarrenformat handelt? Klein und dick, mit Ringmaß: 50-52, was einem Durchmesser: von ca. 20 mm entspricht. Fachchinesisch? Keine Angst, es ist alles einfacher als man denkt. Eine Zigarre muss lecker schmecken, sich im Mund gut anfühlen, gut ziehen und feine Aromen verschenken. Die Petit Toro, so nennt man den ‚Kleinen Stier’ im Aficionado-Jargon, ist für mich eine angenehmen Frühstückszigarre. Ja, lacht mich ruhig aus! Ihre Brenndauer liegt bei maximal 40 Minuten und sie passt hervorragend zu einem starken gesüssten Mokka. Deswegen habe ich auch immer eine in meiner Küchenschublade liegen, man weiss ja nie! Ansonsten gibt es unsere La Galana Zigarren noch in folgenden Formaten: Petit Corona, Corona, Robusto, Torpedo und Churchill. Ihr wisst nicht was das genau ist? Fotos und Beschreibungen dazu findet ihr in unserem Webshop und am besten: ihr probiert mal alle durch! Wie wäre es vor Ort in unserem Zigarrensalon? Ich wünsche Euch ein frohes Rauchvergnügen!

Annette Meisl

Geheimtipp für eingeweihte Zigarren-Aficionados in Köln

Im Leben hätte ich mir nicht erträumt, eines Tages einen Zigarrensalon zu besitzen, geschweige denn eine eigene Zigarrenmarke! Schuld war die kubanische Musik, die mich bei meinem ersten Kubabesuch 1999 in ihren Bann zog. 2009 habe ich den Laden eröffnet, in dem Zigarrenaficionados heute meine La Galana Zigarren und die wichtigsten kubanischen Marken wie Montecristo, Cohiba, Partagas, Romeo y Julieta in den Humidoren findet. Ausserdem bieten wir eine Grundausstattung für den Zigarrenraucher: Cutter, Bohrer, Aschenbecher, Gasfeuerzeuge, verschiedene kubanische Rumsorten und ein kleines Sortiment an Büchern über Rum, Zigarre und die Liebe, eben alles, was das Herz begehrt… (Foto: Dario Scandura)

La Galana Team

Die schönsten Frauen Kölns…

…findet ihr bei La Galana in der Venloer Straße! La Galana ist spanisch und bedeutet so etwas wie ‚Gentlewoman’ – ein Wort das eher in der Lyrik benutzt wird als im wahren Leben, daher habe ich es selber mit Inhalt gefüllt. Ein Galana ist für mich eine starke Frau, emanzipiert, selbstbewusst, die keinen Widerspruch darin sieht, ihre Weiblichkeit voll auszuleben. Galanas habe ich in Lateinamerika kennengelernt, vor allem in Kuba. Frauen, denen es Spass macht, sich zurecht zu machen, nicht für irgendeinen Mann, sondern für sich selbst. Wir sind alle Galanas in unserem Team. Einige unserer Ladies kommen aus Kuba, ein paar aus Deutschland und gemeinsam verhelfen wir unserem Ideal des Galana-Seins zum Leben: Magaly, Patricia, Annette, Yasliet, Anabel, Alicia.. (Foto: Dario Scandura)

Kuba

Kuba – mi amor

Meine erste Reise 1999 führte mich nach Santiago, als Gast der „Boygroup“ Vieja Trova Santiaguera, die mit 5 Mann gerade mal 400 Jahre alt waren. Ich wollte 3 Tage dort bleiben und dann weiterreisen. Doch der schwingende Rhythmus des Son Cubano, der an jeder Straßenecke, in jedem Restaurant, in jedem Hinterhof live zu hören war betörte mein Herz und ich kam nicht mehr weg. Nach einer Woche bekam ich Panik und ich sagte mir: entweder du verlässt diese Stadt morgen früh, oder du bleibst hier für den Rest deines Lebens. Ich reiste am nächsten Morgen ab. Nur um in der nächsten verzauberten Welt zu wandern: in Trinidad, 500 Jahre alt, wo man selbst in einfachen Häusern aus opulentem Porzellangeschirr ißt, das schon über 100 Jahre alt zu sein scheint. In Havanna lernte ich dann den damals 103-jährigen Gregorio Fuentes kennen, der einst Ernest Hemingways Kapitän gewesen war. Danach habe ich Kuba noch viele Male besucht. Dem Charme kann ich mich immer noch nicht entziehen. Aber da ich inzwischen mein eigenes kleines Stück Kuba in Köln …