Menschen, Reisen
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Mit dem Kreuzfahrtschiff durchs Nadelöhr

Panamakanal

Keine Sehenswürdigkeit beeindruckt mich so sehr wie die  Begegnung mit den Vertretern einer eigenen Spezies namens „Reisende“. Diesen Menschen begegne ich im Alltag nie, wohl aber in der Weltgeschichte und zuhause im LA GALANA Zigarrensalon. Da landen sie an, laufen auf, trudeln ein, lenken ihre Schritte in einen schützenden Hafen, für ein paar Stunden. Wer ihnen sein Ohr leiht und die richtigen Fragen stellt, dem öffnen sie ihre Schatztruhen und lassen einen teilhaben an ihren gesammelten Geschichten, ihrem ganzen Hab und Gut. Kein Wunder, dass ich – die geborene Geschichtensammlerin – eine heimliche Liebe zu ihnen pflege. Und was man liebt, das zieht man an, so heisst es in Büchern wie zum Beispiel „The Secret“. Letztes Jahr begegnete ich in einem altehrwürdigen Luxushotel in Granada am Nicaraguasee einem Franzosen, der in geheimer Mission unterwegs war.  Offiziell als Grundstücksmakler, inoffiziell als Reporter und Dokumentarfilmer, der einen Film über den ersten Plan eines Kanals durch Mittelamerika plante, durch den Nicaraguasee hindurch, es wäre das kürzeste Stück Land gewesen, das man hätte durchbrechen müssen.

Und nun treffe ich gleich an ersten Tag in Panama einen weiteren Franzosen, Reporter und Autor, dessen grösste Leidenschaft die Erforschung des Panamakanals ist, er hat schon mehrere Bücher darüber geschrieben. Er bringt mich dorthin, zum Kanal, ein riesiges Kreuzfahrtschiff wird gerade durchgeschleust, nur 20 cm Platz bleiben rechts und links übrig, diese Schiffsgrösse nennt man Panmax. Doch seit 2 Jahren gibt es noch grössere Schleusen für die Postpanmax-Schiffe und so übertrifft sich der Mensch ein ums andere Mal. Und ich blicke zum Schiff hoch, dessen Kiel man fast sehen kann und denke zurück an die Zeit, als ich selbst an Bord eines solchen Kreuzers stand, als Musikerin auf Weltreise, und den Blickwinkel von oben hatte. Es sind die Geschichten und Erinnerungen, die einen solchen Anblick erst zu etwas Besonderem machen. da kann keine Sehenswürdigkeit mithalten… Achja, der erste Franzose hatte den Namen einer Pariser Metrostation…

 

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