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Sicher ist sicher

Sicher ist Sicher

Auf meiner Bordkarte steht: 19.2. Zielflughafen Managua. Ein langer Monat breitet sich vor mir aus, vier endlos lange Wochen bis zum Rückflug nach Good Old Germany. Die meisten Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen Miami sind Latinos, was mir entgegen kommt. Ich spreche ganz gut Englisch, aber auf Spanisch fühle ich mich heimisch. Während Amerikaner es meist für selbstverständlich nehmen, dass man ihre Sprache beherrscht, bekomme ich von den Latinos ein Lächeln und oft die erstaunte Frage, woher denn meine Sprachkenntnisse kommen. Meine Zwischenlandung auf dem Flug von Düsseldorf via Miami nach Managua habe ich umgewandelt in einen 5-tägigen Aufenthalt in Florida, um gute Freunde zu treffen, mit denen ich ein paar Tage in Marcos Island und dann in einem Traumhaus in Miami verbrachte. So saugte ich noch ein wenig American Style of Life auf, bevor ich mich ins lateinamerikanische Getümmel stürze. Meinen große Traum – eine sechsmonatige Reise durch Mittel- und Südamerika – beginne ich stückchenweise umzusetzen, immer mal wieder ein bis zwei Monate, während meine wunderbare Assistentin Patricia zuhause im LA GALANA Salon die Stellung hält. Ich überbrücke die Zeit zum Abflug nach Nicaragua in einem Flughafen-Schnellrestaurant, Jazzmusik mischt sich mit Durchsagen, immer neue üppig mit Fritten und Burgern gefüllte Teller finden den Weg von der Küche zu den Tischen der Gäste und selbst ich konnte der Versuchung nicht verstehen, ein eimergroßes Glas frischgezapftes Bier zu bestellen. Die Kellnerin wollte meinen Pass sehen und ich war so in Gedanken, dass ich ihn einfach auf den Tisch legte und erst anschließend dachte – Wie bitte? Nur Polizisten und Grenzbeamte haben das Recht dazu, aber eine Kellnerin? Oder setzt man in Miami Grenzbeamtinnen als Serviererinnen ein? Mir fällt auf, dass ihre Uniform fast identisch ausgefallen ist, wer weiß? Derweil läuft auf dem reisigen Flatscreen im Imbiss eine Sendung von CNN ohne Ton zur Außenpolitik der Trumpregierung und die für Taube eingeblendeten Untertitel schicken Wörter wie unverständlich, chaotisch, unberechenbar, Gefahr, geheime Informationen flitzen über den Bildschirm. Gestern las ich im Internet, dass Trumps jüngste Tochter Tiffany, die er nach einer amerikanischen Modemarke benannt hat, das Weiße Haus als neue Partylocation auserkoren hat und nun dem Steuerzahler empfindliche Kosten für Sicherheitspersonal beschert (Sind die Weiße-Haus-Securities auch in erster Linie Latinos, vielleicht sogar Mexikaner?). Man bemängelt bei CNN, dass Herr Trump schon drei Wochenenden hintereinander in Florida war, in seinem luxuriösen Marina-Club, auch hier entstehen hohe Kosten für den Staat, selbst die Küstenwache muss engagiert werden. Aber Sicherheit geht über alles. Ich trink jetzt mein Bier aus, sonst verpass ich den Flug…

2 Kommentare

  1. Freia sagt

    Annette, ich lese mit Freude Deine so charmant und gekonnt geschrieben Texte!!! Viel Spaß und tolle Erlebnisse weiterhin und pass auf Dich auf! Dickes 💋

    • Annette sagt

      Liebe Freia,
      Danke für das wunderbare Kompliment! Das motiviert zum Weiterschreiben… Es ist für mich die erste Reise dieser Art…und meine Gedanken und Erfahrungen teile ich gerne!
      Alles Liebe,
      Annette

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