Alle Artikel in: Reisen

Airport Miami

Ich bin ein X

Nach 11 Stunden Flug durchquere ich das Ankunftsterminal des Airport Miami. Zwanzig oder dreißig Computerterminals erwarten uns Reisende in Reih und Glied, hier dürfen wir eigenhändig unsere Pässe und Fingerabdrücke einscannen. Das mit den Fingerabdrücken kenne ich aus Krimiserien, eine Aktion, mit der Tatverdächtige dingfest gemacht werden. Aber im Zweifelsfall ist man in der heutigen Welt immer tatverdächtig, für was auch immer. Das Gerät spuckt ein bedrucktes Blatt Papier aus, mit einem Foto von mir, das der Apparat heimlich und leise geschossen hat und auf dem man mich unvorteilhafter nicht treffen könnte. Daneben ein paar aus dem Pass ausgelesene Daten, das Ganze mit einem großen X durchgestrichen. Was habe ich getan, um dieses X zu bekommen? Die Xe müssen zur Kontrolle durch leibhaftige Grenzbeamte, die mit dem ‚Cleanen‘ – es sind nur sehr wenige – dürfen weiter ins Gepäckterminal. Die elektronische Auslese lässt mich schlucken. Schöne Neue Welt. Endlos stehen wir an, Familien mit schreienden Kindern, Alte, Junge, aus aller Herren Länder. Als ich endlich am Gepäckband ankomme, sind sämtliche Koffer bereits abgefertigt. Meiner steht …

Annette Meisl Koffer packen

Nicaragua – ich komme!

Heute, am Valentinstag, sitze ich bereits im Flieger nach Florida, Zwischenstation auf meiner Reise nach Nicaragua, wo ich den Spuren des Tabaks folgen werde. Seit vielen Jahren träume ich von einer großen Lateinamerikatour, jetzt ist der Moment für die erste Etappe gekommen. Ich werde Manufakturen, Tabakfelder und Zigarrenläden besuchen,  Land und Leute kennenlernen und Euch via Bild, Text und Video von meinem Multitasking-Lebens berichten. Als Autorin, Zigarrenmanufactrice und Sängerin – denke ich manchmal, sieben Leben simultan zu haben!  Den Blog auf www.annette-meisl.de kann man übrigens auch abonnieren! Ich freue mich auf rege Teilnahme und zahlreiche Rückmeldungen. Hasta la vista!

Reisen Parisbild

Reisen

Ich bin mit einem ausgeprägten Reise-Gen ausgestattet auf diese Welt gekommen. In meiner Familie reisten und reisen alle gerne, meinen Großvater lockte es schon Anfang des 20. Jahrhunderts nach Russland, ins Osmanische Reich und nach Indien, bevor er viele Jahre in Paris lebte. Mein Vater, mein Onkel, meine Schwester, selbst entfernte Cousinen und Cousins hält es nicht lange an einem Ort. Was zieht mich immer wieder weg von der vertrauten Heimat, raus in die große, weite Welt? Schon als Kind vagabundierte ich mit meinem Vater und diversen Freunden wieder und wieder durch Frankreich. Nach dem Abi hielt mich nichts in Deutschland und ich erkundete monatelang die Côte d’Azur, später Spanien, wo ich jahrelang blieb. Was tue ich da eigentlich, wenn ich reise? Folge ich einer inneren Spur, einer inneren Stimme, deren Ruf ich nicht widerstehen mag? Oder ist es eher umgekehrt: die in der echten Welt zurückgelegten Wegstrecken hinterlassen feine Spuren in unserer Seelenlandschaft und machen aus uns andere Menschen? Was genau suchen wir? Können wir es benennen? Bisher habe ich keinen Namen dafür. Es …

cuban cars

Rent a Car: Wer hat die schönsten Autos?

Die kubanischen Oldtimer sind weltberühmt und in unseren Augen romantische Vehikel. Die Kubaner selbst wünschen sich dagegen moderne neue Fahrzeuge. Mit diesem Auto bin ich von Santiago bis nach Holguin gefahren. Das ist eine Fahrt, die ein paar Stunden dauert. Es hatte keine Federung, das Auto. Gar keine. Und die Strassen in Kuba sind holprig. Ich habe mich wie beim Wasserski halb in der Hocke am Vordersitz festgehalten, um mit dem eigenen Körper die Schläge ein wenig abzufedern. Zwischendrin machten wir eine kleine Rast und es gab tatsächlich ein eiskaltes Bier, das ich vor lauter Schreck in einem Zug austrank. Danach ging es ein wenig leichter. Als ich in Holguin ankam hatte ich meinen Namen vergessen… Das mit der Romantik ist so eine Sache.

Kuba

Kuba – mi amor

Meine erste Reise 1999 führte mich nach Santiago, als Gast der „Boygroup“ Vieja Trova Santiaguera, die mit 5 Mann gerade mal 400 Jahre alt waren. Ich wollte 3 Tage dort bleiben und dann weiterreisen. Doch der schwingende Rhythmus des Son Cubano, der an jeder Straßenecke, in jedem Restaurant, in jedem Hinterhof live zu hören war betörte mein Herz und ich kam nicht mehr weg. Nach einer Woche bekam ich Panik und ich sagte mir: entweder du verlässt diese Stadt morgen früh, oder du bleibst hier für den Rest deines Lebens. Ich reiste am nächsten Morgen ab. Nur um in der nächsten verzauberten Welt zu wandern: in Trinidad, 500 Jahre alt, wo man selbst in einfachen Häusern aus opulentem Porzellangeschirr ißt, das schon über 100 Jahre alt zu sein scheint. In Havanna lernte ich dann den damals 103-jährigen Gregorio Fuentes kennen, der einst Ernest Hemingways Kapitän gewesen war. Danach habe ich Kuba noch viele Male besucht. Dem Charme kann ich mich immer noch nicht entziehen. Aber da ich inzwischen mein eigenes kleines Stück Kuba in Köln …